Sein Markenzeichen sind tausend graue Figuren aus gepresstem Müll, und kaum ein Kölner Kunstprojekt der vergangenen Jahrzehnte hat international so viel Aufmerksamkeit bekommen. HA Schult hat aus Abfall Weltkunst gemacht und seine Werkstatt seit Jahrzehnten mitten in der Kölner Innenstadt.1
Geboren wurde er 1939 in Mecklenburg, sein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt aber liegt seit Langem hier.
Wir haben nachgeschaut, was der wohl bekannteste Wahlkölner unter den Aktionskünstlern heute macht.
Vom Parchimer Jungen zum Kölner Aktionskünstler
HA Schult kam am 24. Juni 1939 in Parchim in Mecklenburg zur Welt. Sein bürgerlicher Name lautet Hans-Jürgen Schult, doch die Welt kennt ihn nur unter seinem Kürzel.1
Seine künstlerische Laufbahn führte ihn durch mehrere Städte, unter anderem Berlin, München und New York. Schon früh interessierte ihn weniger das klassische Bild an der Wand als die Aktion im öffentlichen Raum.1
1986 gründete er sein Museum für Aktionskunst zunächst in Essen. Sechs Jahre später, 1992, zog dieses Museum nach Köln um, in die Marzellenstraße in der Altstadt-Nord.1
Seither ist die Kölner Innenstadt sein fester Schaffensort. Aus dem zugezogenen Künstler wurde ein Wahlkölner, der die Stadt immer wieder zur Bühne seiner Aktionen gemacht hat.2
Berühmt machten ihn vor allem die Trash People. Ab 1996 schuf er tausend lebensgroße Figuren aus gepresstem Abfall, jede rund 1,80 Meter hoch, und schickte sie auf eine Reise um den Globus.1
Die grauen Müllmenschen standen vor der Großen Mauer in China, an den Pyramiden von Gizeh und auf vielen weiteren Plätzen. 2006 kehrte die Armee aus Abfall nach Köln zurück und versammelte sich vor dem Dom.1
Auch andere Werke sorgten für Aufsehen. Mit dem Goldenen Vogel verwandelte er 1991 ein Auto in eine vergoldete Skulptur, die auf einem Dach in der Kölner Innenstadt thront.1
Schon Ende der 1980er-Jahre hatte er mit dem Fetisch Auto und später mit der Weltkugel gezeigt, dass er gern große, weithin sichtbare Zeichen setzt. Sein Thema war dabei oft der kritische Blick auf Konsum, Wegwerfgesellschaft und Umwelt.1
Dieses Wechselspiel aus spektakulärem Auftritt und ernster Botschaft wurde zu seinem Markenzeichen. Wer eine HA-Schult-Aktion sah, sollte staunen und zugleich nachdenken.2
Was HA Schult heute macht (Stand 2026)
Auch jenseits der achtzig denkt HA Schult nicht ans Aufhören. Er ist weiterhin als Aktionskünstler aktiv und arbeitet von Köln aus an neuen Projekten.1
2025 inszenierte er in Köln die Aktion GLÜCK. Bei dieser Kunstaktion waren die Menschen eingeladen, ihre persönlichen Glücksmomente zu teilen, per Brief, per E-Mail und über soziale Kanäle.3
Damit blieb er seinem Prinzip treu, Kunst nicht im Museum einzusperren, sondern sie direkt zu den Menschen zu bringen. Beteiligung und öffentlicher Raum gehören für ihn untrennbar zusammen.2
Daneben treibt er sein Projekt Rheingeist voran. Dabei soll ein rund 80 Meter langer Rheindampfer in ein schwimmendes HA Schult Museumsschiff verwandelt werden.4
Sein Leitgedanke dabei: Nicht das Museum empfange seine Besucher, sondern die Kunst besuche die Menschen. Den Rhein versteht er als Lebensader Europas, die Länder und Kulturen miteinander verbindet.4
Sein politisches und ökologisches Anliegen zieht sich durch sein gesamtes Spätwerk. 2025 gestaltete er beim Circular Valley Forum eine Aktion zum europäischen Zusammenhalt und betonte einmal mehr Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz.5
Der Kölner-Innenstadt-Bezug
Wer in der Kölner Innenstadt unterwegs ist, bewegt sich auf dem Stammgebiet von HA Schult. Sein Museum für Aktionskunst zog 1992 in die Marzellenstraße in der Altstadt-Nord, also mitten in den Stadtbezirk 1.1
Von hier aus plante und steuerte er über die Jahre viele seiner Aktionen. Die Innenstadt ist für ihn nicht nur Wohn- und Arbeitsort, sondern auch immer wieder Schauplatz seiner Kunst gewesen.2
Das eindrucksvollste Beispiel lieferte er 2006, als seine Trash People sich vor dem Kölner Dom aufstellten und das berühmteste Wahrzeichen der Stadt für einige Wochen zur Bühne machten.1
Für viele Kölner gehört HA Schult deshalb längst zum Stadtbild. Er hat die Innenstadt als Wahlheimat angenommen und sie mit seinen Aktionen weit über Köln hinaus bekannt gemacht.2
Wer mehr über die Gegend rund um seine Wirkungsstätte erfahren will, findet bei uns eine Übersicht der Stadtteile der Kölner Innenstadt und eine Vorstellung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Kölner Innenstadt.
Ausblick
Langweilig wird es um HA Schult so schnell nicht. Mit dem schwimmenden Museum Rheingeist und seinen Aktionen zu Glück, Europa und Umwelt zeigt er, dass sein Schaffensdrang ungebrochen ist.4
Seine Botschaft bleibt dabei die gleiche wie zu Zeiten der Trash People. Kunst gehört nicht hinter Mauern, sondern mitten ins Leben und mitten in die Stadt.2
Wer Köln und seine Geschichte mag, findet bei uns auch einen Überblick zur Geschichte der Kölner Innenstadt, in der Künstler wie HA Schult ihre eigenen Spuren hinterlassen haben.
Häufige Fragen zu HA Schult
Wie alt ist HA Schult und wann wurde er geboren?
HA Schult wurde am 24. Juni 1939 in Parchim in Mecklenburg geboren. Im Jahr 2026 wird er damit 87 Jahre alt.1
Wo wohnt und arbeitet HA Schult heute?
HA Schult lebt und arbeitet seit Langem in Köln. Sein Museum für Aktionskunst befindet sich seit 1992 in der Marzellenstraße in der Kölner Innenstadt.1
Was macht HA Schult heute beruflich?
Er ist weiterhin als Aktionskünstler tätig. 2025 inszenierte er in Köln die Aktion GLÜCK und gestaltete beim Circular Valley Forum ein Werk zum europäischen Zusammenhalt, außerdem treibt er sein schwimmendes Museum Rheingeist voran.3
Wofür ist HA Schult am bekanntesten?
Sein bekanntestes Werk sind die Trash People, tausend lebensgroße Figuren aus gepresstem Müll, die er ab 1996 rund um die Welt schickte und 2006 vor dem Kölner Dom aufstellte.1
Wie hoch ist das Vermögen von HA Schult?
Zu HA Schults Vermögen gibt es keine seriösen offiziellen Angaben.