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Köln Innenstadt Kriminalität 2026: Zahlen, Delikte und Trends

Wie sicher ist die Kölner City? Aktuelle Daten der Polizei Köln (PKS 2025), der Vergleich mit den anderen Stadtgebieten und die häufigsten Delikte rund um Dom, Ringe und Hauptbahnhof.

Von Marco Schumacher | 4. September 2026
Köln Innenstadt Kriminalität 2026: Zahlen, Delikte und Trends © Foto: HOWI - Horsch, Willy / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Die Südhälfte der Kölner Innenstadt aus der Luft.

Wer in der Kölner Innenstadt unterwegs ist, kennt die Schlagzeilen über Taschendiebe rund um den Dom, Schlägereien an den Ringen oder Drogenhandel in der Nähe des Hauptbahnhofs.[4] Doch wie sieht das Lagebild tatsächlich aus, wenn man sich die offiziellen Zahlen ansieht?

Wir haben den PKS-Jahresbericht 2025 des Polizeipräsidiums Köln[1] ausgewertet und zeigen, wie sicher die Innenstadt im Vergleich zu den anderen Teilen Kölns ist, welche Delikte am häufigsten registriert werden und wie sich die Lage über die letzten Jahre entwickelt hat. Die Innenstadt umfasst die Stadtteile Altstadt-Nord, Altstadt-Süd, Neustadt-Nord, Neustadt-Süd und Deutz.

Welche Datenebene gilt hier?

Die Polizei Köln veröffentlicht ihre Zahlen nicht je Stadtteil, sondern je Polizeiinspektion (PI). Die PI 1 (Mitte) deckt den Stadtbezirk Innenstadt fast vollständig ab, nämlich Altstadt-Nord, Altstadt-Süd, Neustadt-Nord und Neustadt-Süd.[1] Der rechtsrheinische Innenstadt-Stadtteil Deutz wird dagegen von der PI 5 (Nordost) betreut und ist in den Innenstadt-Werten dieser Auswertung nicht enthalten. Wo wir von der Innenstadt sprechen, meinen wir also die Zahlen der PI 1.

Was dich erwartet

Wie viele Straftaten gab es 2025 in der Kölner Innenstadt?

Im Jahr 2025 hat die Polizei in der PI 1 (Mitte) insgesamt 32.100 Straftaten[1] erfasst. Das sind 2,03 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit ist die Innenstadt weiterhin der mit Abstand am stärksten belastete Teil Kölns: Fast jede vierte der 142.452 in der gesamten Stadt registrierten Straftaten[1] entfällt allein auf die City.

Aussagekräftiger als die reine Fallzahl ist die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ), also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner. Für die Innenstadt lag sie 2025 bei 34.056[1] und damit rund dreimal so hoch wie im Kölner Durchschnitt (11.362). Der Grund ist die extreme Diskrepanz zwischen Wohnbevölkerung und Tagesfrequenz: In der PI 1 leben nur etwa 94.300 Menschen auf 7,44 Quadratkilometern, was sie zu einer der am dichtesten besiedelten Innenstädte Europas macht.[1] Tagsüber kommen aber Hunderttausende Pendler, Einkäufer und Touristen hinzu, die in dieser Bezugszahl nicht mitgerechnet werden.

Die Aufklärungsquote wird im PKS-Bericht nicht je Inspektion ausgewiesen. Stadtweit lag sie 2025 bei 50,38 Prozent, ein Anstieg um 1,32 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.[1]

Wie ist die Kriminalitätshäufigkeitszahl zu lesen?

Die KHZ ist die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner.[1] Sie macht Gebiete unterschiedlicher Größe vergleichbar, weil sie die Bevölkerungszahl herausrechnet. In Innenstadtlagen wird der Wert allerdings systematisch nach oben verzerrt, weil als Nenner nur die wenigen Einwohner zählen, die Straftaten aber von einer viel größeren Zahl an Besuchern, Pendlern und Touristen begangen oder erlitten werden. Eine hohe KHZ in der City bedeutet daher nicht automatisch, dass das Risiko für Anwohner entsprechend hoch ist.

Die Innenstadt im Vergleich: So belastet ist die City gegenüber den anderen Kölner Inspektionen

Im Ranking der sechs Kölner Polizeiinspektionen nach Kriminalitätshäufigkeitszahl liegt die Innenstadt 2025 weiterhin klar auf Platz eins.[1] Mit 34.056 Straftaten pro 100.000 Einwohner führt sie das Feld mit großem Abstand an. Die PI 7 ist in dieser Übersicht nicht enthalten, weil sie für die Nachbarstadt Leverkusen zuständig ist und nicht zum Kölner Stadtgebiet gehört.

PlatzPolizeiinspektionStraftaten je 100.000 Einwohner (2025)
1PI 1 Mitte (Innenstadt)34.056
2PI 6 Südost (u. a. Kalk, Porz)10.293
3PI 4 Nordwest (u. a. Chorweiler, Nippes)10.629
4PI 3 West (u. a. Ehrenfeld, Lindenthal)8.358
5PI 2 Südwest (u. a. Rodenkirchen, Sülz)7.303
6PI 5 Nordost (u. a. Mülheim, Deutz)6.899

Zum Einordnen: Der Kölner Stadtdurchschnitt liegt bei 11.362, das Land Nordrhein-Westfalen kam 2025 auf eine KHZ von 7.524.[1] Die Innenstadt liegt also rund das Viereinhalbfache über dem NRW-Schnitt. Dass die City an der Spitze steht, ist typisch für Großstadtzentren mit hoher Besucherfrequenz und sagt für sich genommen wenig über die Sicherheit im eigenen Wohnumfeld aus.

Die häufigsten Delikte in der Innenstadt

Wie überall in Köln macht Diebstahl auch in der Innenstadt den größten Anteil aus. Mit Abstand auf Platz zwei steht die Straßenkriminalität, gefolgt von Körperverletzungen. Die wichtigsten Deliktgruppen der PI 1 im Überblick:[1]

DeliktFälle 2025 (PI 1)Veränderung zum Vorjahr
Diebstahl insgesamt14.399-13,8 %
Körperverletzung insgesamt3.312-13,8 %
Sexualdelikte612+4,4 %
Sachbeschädigung1.658-4,0 %
Betrugsdelikte2.968+9,3 %
Rauschgiftdelikte1.156-32,8 %
Raub282-30,3 %
Wohnungseinbruch (inkl. Versuche)218-25,1 %

Was hinter den nüchternen Zahlen steckt:

  • Diebstahl dominiert weiterhin, geht aber deutlich zurück. Mit 14.399 Fällen ist weiterhin knapp jede zweite registrierte Straftat in der Innenstadt ein Diebstahl, das sind 13,8 Prozent weniger als 2024. Die hohe Besucherdichte rund um die Sehenswürdigkeiten wie Dom, Hauptbahnhof, Hohe Straße und Schildergasse bleibt dabei der entscheidende Faktor.
  • Betrugsdelikte nehmen zu. Mit 2.968 Fällen und einem Plus von 9,3 Prozent gehören Betrugsdelikte zu den wenigen Deliktgruppen, die in der Innenstadt 2025 gegen den Trend gestiegen sind.
  • Rauschgiftdelikte gehen weiter stark zurück. Der Rückgang um 32,8 Prozent in der Innenstadt setzt den stadtweiten Trend der Vorjahre fort, der vor allem mit der Teillegalisierung von Cannabis zusammenhängt.
  • Raub und Wohnungseinbruch gehen zurück. Mit 282 Fällen sank der Raub um 30,3 Prozent, der Wohnungseinbruch mit 218 Fällen um 25,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hat sich der starke Anstieg beim Wohnungseinbruch aus dem Vorjahresbericht wieder umgekehrt.

Kriminalität im Zeitverlauf

Eine durchgehende Langzeitreihe je Inspektion veröffentlicht die Polizei Köln nicht. Für die Einordnung lohnt deshalb der Blick auf die Entwicklung der gesamten Stadt, in die die Innenstadt mit ihrem hohen Anteil stark hineinwirkt. Stadtweit sind die Fallzahlen seit dem Spitzenwert 2015 zunächst deutlich gesunken, mit einem Tiefpunkt 2021, danach bis 2023 wieder gestiegen und gehen seit 2024 erneut zwei Jahre in Folge zurück.

0k50k100k150k200k169.4682015159.0392016149.4282017137.3132018133.8132019123.5792020119.4732021141.1642022149.9702023145.9392024142.4522025

Erfasste Straftaten in der gesamten Stadt Köln pro Jahr. Quelle: PKS-Jahresbericht Polizeipräsidium Köln.

2025 wurden stadtweit 142.452 Straftaten erfasst, 2,39 Prozent weniger als 2024. Die Kriminalitätshäufigkeitszahl sank parallel von 11.670 auf 11.362.[1] Köln liegt damit in seiner Vergleichsgruppe der großen NRW-Städte (zusammen mit Dortmund, Düsseldorf, Duisburg und Essen) im Mittelfeld: höher als Essen und Duisburg, aber niedriger als Düsseldorf. In der Innenstadt selbst gingen die Fälle 2025 mit minus 2,03 Prozent ebenfalls zurück.

Wer sind die Tatverdächtigen in Köln?

Hinweis zur Datenebene

Tatverdächtigen-Zahlen nach Staatsangehörigkeit weist die Polizei Köln im PKS-Jahresbericht nur stadtweit aus, nicht je Inspektion. Die folgenden Anteile gelten für ganz Köln (Stand 2025) und lassen sich nicht ohne Weiteres auf die Innenstadt übertragen.

2025 hat die Polizei Köln stadtweit 46.926 Tatverdächtige ermittelt, 4,41 Prozent weniger als im Vorjahr.[1] Davon waren 26.097 deutsche und 20.829 nichtdeutsche Staatsangehörige.

Deutsche und nichtdeutsche Tatverdächtige im Vergleich

Bei der Gesamtkriminalität, einschließlich ausländerrechtlicher Verstöße, entfielen 2025 stadtweit[1]:

  • 55,6 Prozent der Tatverdächtigen auf deutsche Staatsangehörige
  • 44,4 Prozent auf nichtdeutsche Staatsangehörige (Vorjahr 47,4 Prozent)

Ohne ausländerrechtliche Verstöße, die nur Nichtdeutsche begehen können, liegt der nichtdeutsche Anteil niedriger, bei 40,67 Prozent (Vorjahr 42,3 Prozent).

Anders als in der bundesweiten PKS sind in dieser Kölner Gesamtzahl auch ausländerrechtliche Verstöße enthalten, also Delikte wie Verstöße gegen das Aufenthalts- oder Asylgesetz, die nur Nichtdeutsche begehen können. Das hebt den nichtdeutschen Anteil rechnerisch an. Im Bereich der Gewaltkriminalität, der diese Verstöße nicht enthält, lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger 2025 bei 45,30 Prozent, leicht über dem Vorjahr (44,54 Prozent).[1]

Was ist mit dem Migrationshintergrund?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst nur die Staatsangehörigkeit, also den Pass, nicht den Migrationshintergrund einer Person.[2] Ein in Köln geborener Mensch mit deutschem Pass zählt als deutscher Tatverdächtiger, auch wenn die Familie eingewandert ist. Eine Aufschlüsselung in Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund gibt die PKS nicht her.

Wichtige methodische Einschränkungen

Die Zahlen sollten ohne diese Einordnungen nicht weitergegeben werden:

  • Tatverdächtige sind keine verurteilten Täter. Die PKS erfasst Verdachtsfälle nach polizeilichem Abschluss der Ermittlungen.[2] Eine Verurteilung ist damit nicht ausgesprochen, jeder Tatverdächtige gilt bis zum Urteil als unschuldig.
  • "Nichtdeutsch" bezeichnet die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund. Siehe Erläuterung oben.
  • Touristen, Pendler und Reisende sind enthalten. Gerade in der Innenstadt mit Dom, Messe und Hauptbahnhof tauchen viele Tatverdächtige in der Statistik auf, die gar nicht in Köln wohnen. Wer als Tourist beim Ladendiebstahl erwischt wird, zählt in der Kölner Statistik, auch wenn er in Düsseldorf, Brüssel oder Amsterdam lebt.
  • Demografische Effekte sind groß. Junge Männer sind die statistisch am stärksten kriminalitätsbelastete Gruppe. Da die in Köln lebende nichtdeutsche Bevölkerung im Schnitt jünger und männerlastiger ist als die deutsche, ergeben sich allein daraus rechnerisch höhere Tatverdächtigen-Anteile, ohne dass sich daraus eine Aussage über einzelne Personen ableiten ließe.
  • Anzeigeverhalten ist nicht neutral. Nicht jede Straftat wird angezeigt. Anzeigequoten unterscheiden sich nach Delikt, sozialem Umfeld und Wohnviertel und beeinflussen, welche Fälle überhaupt in die Statistik einfließen.

Häufige Fragen zur Kriminalität in der Kölner Innenstadt

Ist die Kölner Innenstadt gefährlich?

Die Innenstadt hat mit 34.056 Straftaten pro 100.000 Einwohner die mit Abstand höchste Kriminalitätshäufigkeitszahl aller Kölner Polizeiinspektionen. Dieser Wert ist allerdings stark dadurch verzerrt, dass nur die rund 94.300 Anwohner als Bezugsgröße zählen, während ein Großteil der Taten von Besuchern, Pendlern und Touristen begangen oder erlitten wird. Für die meisten Delikte gilt: gesunder Menschenverstand, besonders Vorsicht vor Taschendieben in Menschenmengen, reduziert das persönliche Risiko erheblich.

Welcher Teil von Köln hat die höchste Kriminalitätsrate?

Die PI 1 (Mitte), die fast deckungsgleich mit dem Stadtbezirk Innenstadt ist, führt das Ranking 2025 mit 34.056 Straftaten pro 100.000 Einwohner an. Mit großem Abstand folgen die PI 6 Südost (10.293) und die PI 4 Nordwest (10.629).

Wo in Köln ist die Kriminalitätsbelastung am niedrigsten?

Unter den Kölner Inspektionen hat die PI 5 Nordost (u. a. Mülheim) mit 6.899 Straftaten pro 100.000 Einwohner 2025 die niedrigste Kriminalitätshäufigkeitszahl, dicht gefolgt von der PI 2 Südwest (7.303) mit Stadtteilen wie Rodenkirchen und Sülz.

Wie hoch ist die Aufklärungsquote in Köln?

Eine Aufklärungsquote je Inspektion wird im PKS-Jahresbericht der Polizei Köln nicht veröffentlicht. Stadtweit lag sie 2025 bei 50,38 Prozent, ein Anstieg gegenüber 49,06 Prozent im Vorjahr. Bei Körperverletzungsdelikten erreicht sie mit rund 81 Prozent einen deutlich höheren Wert, weil sich Täter und Opfer oft kennen.

Wie hat sich die Kriminalität in der Innenstadt zuletzt entwickelt?

In der PI 1 sanken die erfassten Straftaten 2025 um 2,03 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stadtweit gingen die Fallzahlen um 2,39 Prozent zurück, und auch die Kriminalitätshäufigkeitszahl fiel von 11.670 auf 11.362. Auffällig sind innerhalb der Innenstadt der starke Rückgang bei Rauschgiftdelikten sowie bei Raub und Wohnungseinbruch, während die Betrugsdelikte zunahmen.

Wie hoch ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in Köln?

Bei den Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger 2025 stadtweit bei 40,67 Prozent, leicht niedriger als im Vorjahr (42,3 Prozent). Einschließlich ausländerrechtlicher Verstöße, die nur Nichtdeutsche begehen können, lag der Anteil 2025 bei 44,4 Prozent (Vorjahr 47,4 Prozent). Im Bereich der Gewaltkriminalität, einer eigenen, engeren Deliktgruppe ohne ausländerrechtliche Verstöße, betrug der Anteil 45,30 Prozent. Eine Aufschlüsselung speziell für die Innenstadt veröffentlicht die Polizei nicht. Wichtig: Die PKS erfasst nur die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund, und der Wert gilt für die Gesamtstadt, nicht speziell für die Innenstadt.

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